Wenn Träume wahr werden – Teil 5 –

Nächster Stop Agrigento

Wir fuhren gleich nach dem Frühstück an der Küste entlang nach Agrigento. 

Agrigento liegt im Süden von Sizilien, nur 4 km von der Küste entfernt. In unmittelbarer Nähe der Stadt befindet sich die wichtigste Ausgrabungsstätte, das Tal der Tempel. So war Agrigento ein idealer Standort für die kommenden drei Tage.

Schon von weitem sahen wir die auf einem Hügel liegende Altstadt

und einige der Tempelruinen des Tals der Tempel.

Unsere Unterkunft

Wir haben die B&B Villa del Sole Relais für unseren Aufenthalt ausgewählt. Ein ausserhalb der Altstadt liegendes liebevoll privat geführtes B&B Hotel. Wobei das Frühstück das schlechteste auf unserer gesamten Reise war. Dafür waren die Zimmer sehr hübsch und individuell eingerichtet. Einen Pool gab es auch. Der Blick auf die Altstadt war wunderschön. Das Hotel verfügt über einen bewachten abgeschlossenen Parkplatz. Was uns sehr wichtig war.

Agrigento Old Town

In Agrigento ist das  Ziel der meisten Touristen das Tal der Tempel, allerdings wollten wir uns die Altstadt von Agrigento nicht entgehen lassen. Gleich nach unserer Ankunft wollten wir in die Altstadt laufen. Man riet uns davon ab, da es zu umständlich und zu weit sei. Also nahmen wir das Auto. Gefühlt kam es uns vor als wenn wir mehrfach um den Ort gefahren sind. Die Strassenführung war abenteuerlich. Endlich angekommen fanden wir sofort einen Parkplatz.

Die Altstadt ist auf einem Hügel gelegen. Sie ist mit ihren vielen schönen Kirchen, Palästen und hübschen Geschäften ein wunderschöner Ort für einen Spaziergang. Na ja, sofern man Kopfsteinpflaster und Treppen mag. Wir begannen unseren Bummel an der Atenea Straße, der Hauptstrasse der historischen Altstadt. Schilder zeigen den Weg zu den Denkmälern, die man unbedingt besuchen sollte.

Hungrig kehrten wir im Restaurant Operà ein. Wie sich herausstellte eine sehr gute Wahl. Ausgezeichnete Speisen serviert von einem sehr freundlichem Personal. Absolut empfehlenswert.

Valle dei Templi 

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Auto zum Tal der Tempel, der archäologischen Stätten von Agrigento . Wieder hatten wir das Gefühl „dreimal um den Pudding zu fahren“ bevor wir den öffentlichen Parkplatz erreichten. Kauften ein Ticket für den Besuch der Anlage. Das Tal der Tempel hat zwei Eingänge. Da wir keine Lust hatten bei 38 Grad den Weg durchs Tal hin und zurück zu laufen, fuhren wir mit einem der dort bereit stehenden Taxis zum entgegen gelegenen Eingang der Anlage.

Es handelt sich hier um eine der größten archäologischen Gebiete Europas und wurde zum Unesco Kulturerbe gekürt. Uns erwartete ein wunderschöner und interessanter Spaziergang durch die antike Stadt Akragas.umgeben von Grün, zwischen Olivenbäumen, Mandelbäumen, Kaktusfeigen, Johannisbrotbäumen und dem Meer im Hintergrund.

Um 580 v. Chr. wurde die Stadt von Siedlern aus Gela und Rhodos gegründet. 406 v. Chr. wurde sie von den Karthagern zerstört und 210 v. Chr. von den Römern erobert und Agrigentum genannt.

Was gibt es zu sehen im Tal der Tempel?

Es gibt sehr viel zu sehen. Es erwarten euch 12 Tempel und 3 Heiligtümer.

Ich erspare mir historische Erklärungen zu den einzelnen Tempeln und Heiligtümern. Bei Interesse klickt bitte auf die Links zu Wikipedia.

Tempel der Concordia

Ihr solltet euch mindestens einen Tag Zeit dafür nehmen. Ganz zu schweigen von Energie und  Durchhaltevermögen beim Laufen in großer stickiger Hitze. Obwohl es einige Restaurants in der Anlage gibt, empfehle ich euch ausreichend frisches Wasser mit zu nehmen.

Total begeistert aber verschwitzt, staubig und fix und fertig fuhren wir ins Hotel zurück.

Beachtime

Am nächsten Tag zog es uns an den Strand. Wir wollten relaxen.

Der nächst gelegene Strand war in San Leone. Nur 19 Autominuten von unserem Hotel entfernt. In San Leone angekommen fuhren wir die Strandstrasse entlang und entschieden uns für die

La Rotta Beachbar.

In dieser wunderschönen Strandbar mieteten wir für den ganzen Tag Liegestühle und Sonnenschirm. Wir wollten unseren letzten Tag an diesem feinsandigen langen Sandstrand verbringen. Einen Tag lang Faulenzen, am Strand entlang laufen und schwimmen und einfach nur das Strandleben beobachten! Im Restaurant haben wir hervorragend gegessen.

Kurz vor Sonnenuntergang haben wir uns zum Abschluß noch einen köstlichen Cocktail genehmigt.

Ein sehr schöner Tag ging zu Ende.

Im Hotel zurückgekehrt haben wir unsere Koffer gepackt, denn am nächsten Tag ging es nach Palermo auf die Fähre nach Genua.

Letzter Tag auf Sizilien

Wir fuhren wieder gleich nach dem Frühstück los. Laut Navi brauchten wir ungefähr drei Stunden bis zum Hafen in Palermo. Wir fuhren quer über die Insel durch eine bezaubernde Hügellandschaft.

In Palermo angekommen mussten wir quer durch die Stadt zum Hafen fahren. Genau das gleiche Verkehrschaos wie in Neapel. Rücksichtslos und aggressiv, wie wir es während unseres gesamten Urlaubs in Süditalien erlebt haben, ging es auch in Palermo zu. ich bin stolz auf unser Teamwork, nichts hat uns aus der Ruhe gebracht. Wir kamen sicher und heil am Hafen an. Parkten unser Auto auf einem zum Hafengelände gehörenden bewachten kostenlosen Parkplatz. Wir erkundigten uns wann wir an der Auto Verladestelle sein müssen. Um 19 Uhr sollte die Verladung losgehen und um 22:30 Uhr sollte die Fähre ablegen.

Stippvisite in Palermo 

Was tun in Palermo, wenn man nur knapp 4 Stunden Zeit hat? Ich kannte Palermo gar nicht und meine Freundin war vor vielen Jahren auch nur einmal kurz dort. Ein bleibender Eindruck war bei ihr nicht mehr vorhanden. Zunächst gingen wir irgendwo unspektakulär eine Kleinigkeit essen. Wir hatten keine große Lust ziel- und planlos herum zu laufen. Also entschieden wir uns für eine 2 stündige on and hop Tour um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Schnellverfahren mitzunehmen.

Hop on Hop off

Was ich gesehen habe hat mich nicht sonderlich begeistert. Eigentlich wollten wir nur so schnell wie möglich auf die Fähre nach Genua. Für mich war meine Reise nach Sizilien bereits emotional beendet.

Einschiffen nach Genua

Wir waren pünktlich am Hafen. Eine endlose Schlange von PKWs, Motorrädern und Lastwagen waren unsere Begleiter. Unfreundliches Personal wies uns herrisch ein.

Bis wir endlich das Auto im Bauch der Fähre eingeparkt hatten war es bereits 22 Uhr.

Aber wir waren längst nicht die letzten. Wir nahmen das nötigste an Gepäck und brachten es hoch in unsere Kabine.

Dann gingen wir auf die Brücke und beobachteten von oben die Verladung der restlichen PKWs und unglaublich vielen LKWs. Die LKWs mußten auch mit Anhängern rückwärts in den Bauch der Fähre fahren. Für mich der absolute Albtraum. Ich war fasziniert und kann nur meinen Hut ziehen vor so viel Können. Ein spannendes Spektakel.

Um 1.30 Uhr waren alle fahrbaren Untersätze verladen und die Fähre legte ab. Wir verschwanden in unsere Kabine und versuchten zu schlafen, was sich als schwierig erwies. Neben uns ein die ganze Nacht schreiendes Baby. Total unausgeschlafen wurden wir um 10 Uhr morgens aus der Kabine geworfen. Wir verbrachten den Tag an Bord im Restaurant und auf Deck.

Abends um 22.30 Uhr waren wir in Genua. Um Mitternacht von Bord.

Ankunft in Genua

In Genua angekommen fuhren wir zu dem von uns für eine Nacht gebuchten Hotel. Dort angekommen stand für mich sofort fest, dass ich dort nicht übernachten werde. Eine finstere, dreckige Gegend mit üblen Gestalten. Wir beschlossen ein anderes Hotel zu suchen. Kein leichtes Unterfangen mitten in der Nacht. Genua war ausgebucht. Nach vier Fehlversuchen gaben wir es auf. Was tun? Wir beschlossen bis München zur Tochter meiner Freundin fahren. Meine Freundin ist Nachtblind also war es an mir die 6 Stunden bis München zu fahren. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Aber es nützte ja nichts. Wir fuhren auf die Autobahn in Richtung Innsbruck/München.

Kurz hinter Genua war die Fahrt erst mal beendet. Die Autobahn war komplett gesperrt. Ich fuhr auf einen Parkplatz und wollte auf dem Navi eine Route über die Landstrasse suchen. Plötzlich sagte meine Freundin „guck mal da drüben auf der anderen Fahrbahn sind Bauarbeiter“ und rannte los. Kurz darauf kam sie mit einem Bauarbeiter zurück. Ich fragte ihn wie wir am besten weiterfahren. Er meinte wir sollten das lassen und lieber Vorort in einem Hotel übernachten. Auf meinen Einwand, dass es 2 Uhr Nachts sei und die bestimmt bereits geschlossen haben, erwiderte er, dass nur 300 m entfernt ein Hotel sei, welches er kennt. Er würde uns dorthin bringen. Wir hatten mal wieder einen Schutzengel, wofür wir äusserst dankbar waren.

Arenzano

Er brachte uns ins Poggio Hotel. Wir hatten Glück und es war noch ein Zimmer frei. Wir bekamen noch eine Kleinigkeit zu essen und tranken zusammen mit dem Nachtportier einen Grappa. Dann ging es schlafen. Am nächsten Morgen sahen wir, das wir ein sehr stylisches modernes Zimmer mit Balkon und einem fantastischen Blick auf die Berge bekommen hatten. Wir waren per Zufall in einem äusserst schönen Hotel mit einem exzellenten Service untergekommen. Ich kann dieses Hotel jedem, der in Genua oder unmittelbarer Nähe übernachten möchte, uneingeschränkt empfehlen.

Nach einem guten ausgiebigen Frühstück fuhren wir weiter nach München. Unser letzter Stop bevor es nach Hause ging.

Fazit:

Mit dieser aufregenden letzten Etappe ging eine wunderschöne Reise voller Erlebnisse mit vielen neuen Eindrücken zu Ende. Ich würde diesen Roadtripp jederzeit noch einmal machen. Vielleicht habe ich euch auf den Geschmack gebracht und ihr fahrt auch mal mit dem Auto bis in die Stiefelspitze. Sizilien ist unbedingt eine Reise wert.

Eure abenteuerlustige Monika

 

 

 

 

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