Städtereise nach Warschau
Ich war noch nie in Warschau und wollte immer schon mal dort hin. Also plante ich eine Städtereise nach Warschau. Ich wollte Warschau im Alltag erleben und beschloss diesmal eine Städtereise von Dienstag bis Freitag. Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass vier Tage mit An- und Abreise für einen ersten Eindruck vollkommen ausreichen.
Berlin und Warschau trennen 575 km. Infrage kamen das Flugzeug, das Auto und der Zug. Ich wählte auch diesmal den Zug. Meine Freundin hat mich wieder begleitet.
Meine Städtereise nach Warschau konnte losgehen.
Auf ging´s
Zwischen Berlin und Warschau verkehrt nur der Eurocity, der sogenannte Berlin–Warszawa-Express. Er wird von der DB und der PKP-Intercity gemeinsam betrieben. Ein paar Tage vor unserer Reise teilte die DB mit, dass der Zug nicht vom Hauptbahnhof sondern von Berlin Gesundbrunnen abfährt. Bis dahin wußte ich nicht einmal, dass Gesundbrunnen ein Fernbahnhof ist und dachte mir: das kann ja heiter werden. Wir machten uns also am Dienstag auf den Weg in den Wedding zum Bahnhof Gesundbrunnen.

Der Zug fuhr pünktlich ab und kam auch pünktlich in Warschau an! Was wir von der DB ja so gar nicht gewöhnt sind. Auch fiel uns sofort auf, dass die Abteile sehr sauber waren. Wir hatten viel Fußraum und sehr bequeme Sitze. In Frankfurt Oder wechselte das Personal. Fortan gab es nur noch Polnische Ansagen. Das sehr freundliche Personal bot sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt zweimal kostenlos Mineralwasser (still, medium und sparkeling) an. Ein kundenfreundlicher Service den die DB auch mal einführen könnte!
Ankunft in Warschau
Wir kamen, wie bereits gesagt, pünktlich in Warszawa Centralna an. Der Bahnhof ist einer der größten unterirdischen Bahnhöfe Europas. Er ist trotzdem sehr übersichtlich und wir fanden den Ausgang sehr schnell. Unser Blick fiel sofort auf den Kultur- und Wissenschaftspalast, dem Wahrzeichen Warschaus. Diesmal benötigten wir kein Taxi zum Hotel, denn dieses war nur 3 Fußminuten entfernt.
Unser Hotel
Wir hatten das InterContinental Warsaw gewählt. Es ist eines der höchsten Gebäude Warschaus und liegt sehr zentral. Da wir gerne eine Stadt zu Fuß erkunden ist das sehr entscheidend. Zudem ist es modern und bietet einigen Luxus.

Unser Zimmer war geräumig und geschmackvoll eingerichtet und bot einen tollen Ausblick auf die Stadt. Ein großzügiges Bad mit Dusche und Badewanne rundete das Gesamtbild positiv ab.
Ein besonderes Highlight war das Riverview Wellness Center. Vom Poolbereich hatten wir einen spektakulären Ausblick über die Stadt und im Whirlpool hatte man das Gefühl dem Kulturpalast die Hand reichen zu können.
Eigentlich hatten wir vor am ersten Abend im Restaurant Platter zu Abend zu essen. Leider waren alle drei Restaurants wegen Renovierung geschlossen. Das machte sich auch beim Frühstück bemerkbar. Denn dieses fand in einem großen ungemütlichen Konferenzraum statt. Das Frühstück selbst war abwechslungsreich und sehr gut. Da waren wir wohl zur falschen Zeit am richtigen Ort.
Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass von den Mitarbeitern im gesamten Haus ein sehr freundlicher und aufmerksamer Service geboten wurde! Bei meinem nächsten Besuch in Warschau komme ich gerne wieder und bin gespannt auf die neu renovierten Restaurants.
Warschau in Kürze
Warschau , offiziell Warszawa, ist die Hauptstadt von Polen und liegt an der Weichsel. Die Stadt hat ca. 1,8 Millionen Einwohner und der Großraum Warschau ca. 3,5 Millionen Einwohner. Sie wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und danach fast original wieder aufgebaut. Es entstand eine Mischung aus historischer Architektur und moderner Skyline. Sie ist eine Stadt, die Vergangenheit und Gegenwart beeindruckend verbindet.
Warschau zu Fuß entdecken
Immer wenn wir unser Hotel verlassen haben, sahen wir als erstes den Kultur- und Wissenschaftspalast. Bereits Zuhause hatte ich im Fernsehen gesehen, dass der Kulturpalast dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert. Der Kulturpalast ist mit seinen 237 Metern Höhe nach dem Varso-Tower das zweithöchste Gebäude in Polen. Er wurde zwischen 1952 und 1955 auf Anordnung Josef Stalins im Baustil des Sozialistischen Klassizismus errichtet. Das Gebäude wurde als „Geschenk des sowjetischen Volkes“ an Polen erbaut. Im Gebäude befinden sich Theater, Kino, Museen, Bildungseinrichtungen und eine Aussichtsplattform. Das Gebäude ist sowohl ein umstrittenes Symbol der Sozialistischen Vergangenheit als auch eine Touristenattraktion. Insgesamt ist es ein riesiger imposanter Komplex.
Wir sind natürlich mit dem Fahrstuhl in die 30. Etage auf die Aussichtsplattform gefahren um den Rundumblick über Warschau zu geniessen. Im Nachhinein hätten wir uns das ersparen können; denn die Aussicht aus dem Pool Bereich des InterContinental Hotels war wesentlich besser.
Vor dem Haupteingang befinden sich links das Cafe Kulturalna und rechts die Bar Studio I. Hier ist vor allem abends richtig was los.
Auf dem Weg in die Altstadt liefen wir durch die Warschauer Vorstadt über den nördlichen Königsweg.
Der Königsweg
Der Königsweg heisst so, weil er im 17.und 18. Jahrhundert die offizielle Reiseroute der polnischen Könige war. Unser Weg in die Altstadt führte uns über die Nowy Swiat und die Krakowskie Przedmieście, den zentralen schön restaurierten Abschnitt des Königwegs.
Nowy Swiat
Diese Strasse bezeichnet man auch als das längste Restaurant Warschaus, da sich hier alles ums Essen und Trinken dreht. Überhaupt hatten wir den Eindruck, dass in Warschau sehr gerne gegessen und getrunken wird. Restaurants gab es in der gesamten Stadt in Hülle und Fülle.
Krakowskie Przedmieście
Krakowskie Przedmieście heisst auf deutsch Krakauer Vorstadt. Sie ist die bekannteste Strasse in Polen und die schönste Allee in Warschau. Sie ist auch der Salon Warschaus wo man hingeht um zu sehen und gesehen zu werden. Aber in erster Linie hat diese Strasse die höchste Dichte an Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Sehenswürdigkeiten entlang des Königswegs
Die Hl.Kreuz Kirche ist eine katholische Kirche. 2002 erhob Papst Johannes Paul der II. die Kirche zur Basilica minor. In der Kirche befindet sich das Herz von Frédéric Chopin.
Die Universität ist ein schöner Campus. Sie wurde 1816 gegründet. Der Hauptcampus besteht aus ehemaligen Adelspalästen und Gärten, die in ein klassizistisches Ensemble eingebettet sind. Das klassizistische Haupttor lädt zu einem Spaziergang übers Uni Gelände ein.
Hier befindet sich der offizielle Sitz des polnischen Staatsoberhauptes. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde mehrfach umgebaut. Vor dem Palast steht das Reiterdenkmal von Fürst Jozef Poniatowski. Das Gebäude wird heute für politische Treffen, Staatsakte und Empfänge genutzt.

Das Hotel ist eins der traditionsreichsten und elegantesten Hotels Polens. Es wurde im Stil der Neorenaissance mit Jungendstilelementen gebaut und 1901 eröffnet. Das Bristol liegt direkt neben dem Präsidentenpalast. Im Hotel Bristol haben über Jahrzehnte viele prominente Gäste, wie Pablo Picasso, John f. Kennedy, Marlene Dietrich und Charles de Gaulle, übernachtet.
Der Schlossplatz mit Sigismundsäule und dem Schloss ist der Endpunkt des Königsweges. Von hier ist man direkt in der Altstadt.
Vom vielen Laufen und Schauen ein wenig erschöpft, legten wir am Schlossplatz eine kleine Pause im Café Literatka ein. Die Aussenterrasse des Cafés ist ein wunderschöner Ort zum entspannen. Es war sonnig und warm und wir haben zum Kaffee ein Beeren Sorbet genossen. Ich habe noch nie ein derart köstliches Sorbet bekommen. Wir sahen eine Weile dem geschäftigen Treiben auf dem Schlossplatz zu bevor es zur Altstadt weiterging.
Die Altstadt
Die Warschauer Altstadt, Stare Miastro, ist das historische Herz Warschaus und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde im zweiten Weltkrieg so gut wie vollständig zerstört. In den 1950er Jahren hat man sie originalgetreu rekonstruiert. Umgeben ist die Altstadt von Teilen der alten Stadtmauer. Heute ist die Altstadt ein lebendiges Viertel, das Geschichte, Architektur und städtisches Leben miteinander verbindet. Das am Schlossplatz gelegene Königsschloss liegt am Beginn der Altstadt.
Das Königsschloss ist der ehemalige Sitz der Könige Polens. Es gehört zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Polens. Es wurde im zweiten Weltkrieg komplett zerstört und von 1971 – 1984 wieder aufgebaut. Bereits während er Rekonstruktion wurde es in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen. Heute ist es ein Museum.
Der Altstädter Marktplatz ist ein wunderschöner Platz und das Herzstück der Altstadt. Er wurde im späten 13. Jahrhundert angelegt. Er hat eine Größe von 90m x 73m. Der Marktplatz ist von rekonstruierten Bürgerhäusern im Gotischen- Renaissance- und Barockstil umgeben. Hier finden sich zahlreiche Cafés, Restaurants und Souvenirläden.
Wir schlenderten eine Weile durch die engen Gassen und genossen die ganz besondere Atmosphäre. In unmittelbarer Nähe vom Marktplatz kommt man durch eine schmale Gasse zu einem Aussichtspunkt. Von dort kann man einen Blick auf die Weichsel geniessen. Ein Weg mit engen Steinstufen führt hinunter zur Weichsel.
Mein Tipp für euch
Frederik Chopin hat einen großen Teil seines Lebens in Warschau verbracht. Man kann Warschau durchaus als Chopin Stadt bezeichnen. Wir haben uns am zweiten Abend ein besonderes Highlight gegönnt und ein Chopin Konzert besucht. Die FRYDERYK CONCERT HALL ist ein sehr schöner intimer Konzertsaal. Er erinnert mich an Musiksalons vergangener Zeiten. Es gab einen Steinway Flügel. Der Pianist Koki Suetsugu verzauberte uns virtuos mit Werken von Chopin, Edvard Grieg und Jean Sibelius. Es war ein wunderschöner Abend, den ich jedem Freund Klassischer Musik nur empfehlen kann.
Ich habe zwei Restaurant Tipps für euch:
Ein schönes Restaurant mit individuellem Interieur und einer kleinen schönen Aussenterrasse. Es gab vorzügliche feine moderne polnische Cuisine. Der Service war sehr freundlich und aufmerksam. Ich kann einen Besuch nur empfehlen.
Wir waren auf Empfehlung des InterContinental dort und wurden nicht enttäuscht. Es ist ein stylisches relativ großes Steakhouse. Wir wurden sehr freundlich empfangen und zu unserem Tisch begleitet. Das Filet Mignon war köstlich und punktgenau medium zubereitet. Dazu wurden zwei frei wählbare Beilagen und eine Sauce serviert. Alles war sehr lecker. Bei meiem nächsten Besuch in Warschau komme ich gerne wieder.
Wie jede meiner Städtereisen verging auch diese wie im Flug. Wir liessen im Zug die Reise nochmal Revue passieren und beschlossen noch mal wieder zu kommen.
Fazit:
Eine Städtereise nach Warschau verbindet eindrucksvolle Geschichte, urbanes Großstadtleben mit gemütlichen charmanten Momenten. Eine perfekte Stadt für einen Kurztripp oder ein verlängertes Wochenende.
Eure reiselustige
Monika




























































