Meine Städtereise nach Breslau

Rathaus Breslau

Mein City Trip nach Breslau

Breslau stand schon eine Weile auf meiner Bucket List. Nun ist meine Städtereise nach Breslau bereits Vergangenheit. Was soll ich sagen? Breslau hat mich überrascht. Warum erfahrt ihr später.

Wie kommt man von Berlin nach Breslau?

Breslau erreicht man mit dem Bus in 4 STd. 30 Min., mit der Bahn in 4 Std. 47 Min. und mit dem Auto in 3 Std. 13 Min. Ich habe mich für die Bahn entschieden. Leider hatte die Deutsche Bahn (DB) auf der Hinfahrt bis Frankfurt Oder bereits 2 Std. 10 Min. Verspätung. Ärgerlich, aber bei der DB ein häufiges Problem. Ab der Polnischen Grenze verlief die Fahrt problemlos. Das Personal wechselte und fortan gab es nur noch Polnische Ansagen. Das sehr freundliche Personal bot, wie bereits in meinen Blog (Reise nach Warschau,) erwähnt, wieder kostenlos Mineralwasser (still, medium und sparkeling) an. Ein kundenfreundlicher Service, den die DB auch mal einführen könnte!

In Breslau angekommen entschädigte das Bahnhofsgebäude für die Unbillen der Zugfahrt. Breslau hat einen wunderschönen Bahnhof. Der erste Eindruck von Breslau war schon mal perfekt! Mit dem Taxi ging es weiter zum Hotel.

Hauptbahnhof Breslau

 

Hotel Altus Palace

Das Hotel Altus Palace liegt im Herzen von Breslau. Es befindet sich im historischen Gebäude des ehemaligen Leipziger Schlosses und bietet 81 komfortable Zimmer und Suiten. Ein sehr schönes Hotel mit bemerkenswerter Architektur, in welchem ich mich von Anfang an rundum wohl gefühlt habe. Das zentral gelegene Hotel liegt direkt an einem Park und einem Nebenfluss der Oder. Von dort erreicht man fast alle Sehenswürdigkeiten fußläufig.

Beeindruckend ist das Entré mit einem prunkvollen Treppenaufgang. Die Liebe zum Detail findet sich im Interieur wieder und verleiht dem Haus ein besonderes Ambiente. Das Zimmer war zweckmäßig eingerichtet und das moderne Bad perfekt ausgestattet.

Das Frühstück wurde in einem geschmackvollen Ambiente serviert. Es bestand sowohl aus einem vielfältigen Buffet als auch einem à la Carte Angebot. Der Service war aufmerksam und sehr freundlich.

Das Hotel verfügt auch über einen kleinen sehr feinen Wellnessbereich und einen Fittnessraum. Mitten in dieser pulsierenden Stadt findet man hier eine Oase der Ruhe und Entspannung.

Wissenswertes über Breslau in Kürze

Offiziell heisst Breslau Wroclaw. Breslau ist eine Stadt an der Oder im Westen Polens. Mit  673.743 Einwohnern ist Breslau nach Warschau und Krakau die drittgrößte Stadt in Polen. Historisch gesehen hat Breslau eine bewegte Vergangenheit. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte sie unter anderem zu Böhmen, Österreich, Preußen und Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Breslau mit dem Potsdamer Abkommen polnisch. Deshalb treffen hier viele Kulturen und Baustile aufeinander. Die Stadt liegt direkt am Wasser und wird wegen der vielen Kanäle der Oder und Brücken auch das Venedig des Ostens genannt. Das Herz von Breslau ist der wunderschöne Marktplatz. Breslau zählt heute zu den schönsten Städten in Polen.

Breslau zu Fuß entdecken

Wie bereits erwähnt, konnte ich von meinem Hotel aus alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen. So bin ich jeden Tag auf eine stattliche Anzahl von Schritten gekommen. Mein erster Weg führte mich durch die wunderschöne Altstadt zum

  • Rynek

Rynek (Der Ring) ist der mittelalterlichen Marktplatz. Er gehört zu den schönsten und größten Marktplätzen Europas. Der Marktplatz ist umgeben von farbenfrohen, reich verzierten eleganten Bürgerhäusern. Eine wahre Augenweide, der sofort in mir einen Wow Effekt auslöste.

In der Mitte steht das berühmte gotische Rathaus. Im Keller des historischen Gebäudes befindet sich der mehr als 700 Jahre alte Schweidnitzer Keller. Das Restaurant wurde seit dem Jahr 1273 fast ununterbrochen bewirtschaftet und ist somit die älteste Gaststätte im heutigen Polen. Zum Schweidnitzer Keller gehört auch eine Aussenterrasse. Da ich keine Freundin der deftigen polnischen Küche bin, habe ich hier nur einen Salat mit Huhn gegessen. Was soll ich sagen, es war der beste Salat mit Huhn, den ich jemals gegessen habe.

Am nordwestlichen Ende des Rynek stehen zwei kleine durch ein Bogentor miteinander verbundene Häuser aus dem 15. Jh., die den Spitznamen Hänsel und Gretel“ tragen. Die Gebäude stammen wahrscheinlich aus dem 15.Jahrhundert und waren früher Altaristenhäuser. Dort lebten Altaristen, die sich um die Altäre der Elisabethkirche kümmerten. Der rekonstruierte Kirchturm ist 91,5 m hoch und besitzt eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform. Ich hatte kurz überlegt die Stufen zur Aussichtsplattform hoch zu laufen. Mich aber dann wegen des diesigen Wetters dagegen entschieden.

Was hat es mit den Zwergen auf sich?

  • Breslauer Zwerge

Auf meinem Weg zum Marktplatz sind mir die kleinen Zwerg Bronze Figuren aufgefallen. Aber nicht nur dort, sondern auf all meinen Spaziergängen durch die Stadt. Also machte ich mich schlau und erfuhr, dass die Zwerge eine historische Bedeutung haben. In den 1980er-Jahren entstand in Breslau die oppositionelle Bewegung „Orange Alternative“. Junge Menschen protestierten gegen das Regime, indem sie auf übermalte politische Parolen mit Zwergenbildern auf den Wänden reagierten.

Die ersten Bronzezwerge wurden später als Erinnerung aufgestellt. Sie wurden zum Symbol für Freiheit, Humor und friedlichen Widerstand. Heute gibt es davon über 1000 und ständig kommen welche dazu. Jeder Zwerg erzählt eine kleine Geschichte über die Stadt und ihre Menschen. Für Interessierte gibt es eine Zwergen Datenbank auf welcher die Standorte der Zwerge festgehalten sind. So kann man sich für einen Spaziergang eine eigene Route zusammenstellen.

 

Das Universitätsviertel

Auch die Breslauer Universität liegt mitten in der Stadt. Ein schöner Spaziergang entlang der Oder und durch enge Gassen führte mich direkt dort hin. Besonders reizvoll empfand ich die Mischung aus studentischem Leben und historischem Flair. Der Mittelpunkt des Viertels ist die an der Oder liegende Universität.

  • Universität Breslau

Schon von außen ist das Gebäude mit seiner beeindruckenden Barockfassade ein echter Blickfang. Die Universität Breslau ist  eine 1702 als Jesuitenkolleg gegründete Universität. Die imposante Eingangstüre der Universität ist ein beliebter Instagram Hotspot. Leider konnte ich die historische Aula Leopoldina  nicht besuchen. Sie steht jetzt auf der Agenda für meinen nächsten Besuch in Breslau. Auf dem Universitätsplatz, direkt vor dem Hauptgebäude, der Uni steht der Fechterbrunnen. Der Brunnen zeigt einen jungen Fechter mit Florett und wurde 1904 enthüllt. Er gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen des Universitätsviertels und ist scheinbar auch ein Instagram Hotspot. Am Universitätsplatz gleich neben der Universität steht die Namen-Jesu-Kirche, die heute als Universitätskirche genutzt wird. Ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall, denn sie gilt als schönste Barockkirche der Stadt.

Die Oderinseln 

Vom Universitätsviertel bin ich über die rote Brücke Most Piaskowy zu den Oder-Inseln gelaufen. Sie ist die älteste noch erhaltene Brücke Breslaus. Sie endet auf der Sandinsel aan der alten Bibliothek der Universität. Auf der Sandinsel steht die gotische Kirche St. Maria. An der Promenade auf der Sandinsel legen die Ausflugsboote ab. Von hier konnte ich bereits die beiden Türme des Doms, dem Wahrzeichen von Breslau, sehen. Mein Weg führte mich über die schön angelegte Promenade zur Dombrücke / Most Tumski . Sie ist eine Fußgängerbrücke, die man überqueren muß um auf die Dom Insel zu gelangen.

 

Die Dom Insel

Die Dom Insel ist der älteste Teil Breslaus. Sie gilt als die Historische Wiege der Stadt. Sie gehört heute zum größten Teil der Kirche. Wobei der Höhepunkt natürlich der Dom von Breslau (Kathedrale von St. Johannes dem Täufer) ist.

  • Der Breslauer Dom

Der Breslauer Dom (Kathedrale von St. Johannes dem Täufer), wurde in den Jahren von 1244 bis 1341 im Stil der Gotik errichtet. Mit den 98 Meter hohen Türmen ist er aus verschiedensten Perspektiven der Stadt sichtbar und prägt das Stadtbild. Die Kathedrale hat eine Aussichtsplattform, auf welche man zu Fuß oder mit dem Fahrstuhl kommt.

Spaziergang auf der Dominsel

Wenn man die für den regulären Autoverkehr gesperrte Dom Insel betritt, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Mit dem Dom und weiteren  beeindruckenden Kirchen, den Kopfsteinpflastergassen und den romantischen Gaslaternen versprüht sie eine ganz besondere Atmosphäre. Für diejenigen die Geschichte, Architektur und entspannte Spaziergänge lieben ist die Dom Insel ein absolutes Muß. Ich habe hier einen der schönsten und stimmungsvollsten Orte Breslaus erlebt.

Mein Tipp für euch:

Lange Laufen macht durstig und hungrig. Auf der Dom Insel kann ich euch einen Stop im Restaurant Ogrody empfehlen. Draussen auf der Terrasse sitzt man direkt am Ufer der Oder und hat einen schönen Blick auf die vorbeifahrenden Boote. Aber nicht nur der Ausblick auf die Oder ist ideal, auch ein Blick in die Speisekarte lässt Freude aufkommen.

Auf der Dominsel gibt es auch ein 5 Sterne Luxushotel. Das Hotel The Brigde ist für all diejenigen die fernab vom Trubel der Innenstadt übernachten möchten eine ausgezeichnete Wahl.

Spaziergang in unmittelbarer Nähe meines Hotels

  • Stadtpark Ogród Staromiesjki

Direkt neben und hinter dem Hotel Altus Palace liegt der kleine sehr gepflegte, mit einem schmiedeeisernen Zaun eingezäunte, historische Stadtpark Ogród Staromiejski. Alte Bäume, schöne Blumenbeete und ein Springbrunnen laden zum Verweilen auf einer der vielen Parkbänke ein. Ein schönes altes Kinderkarussel und ein Kinderspielplatz machen den Park auch zu einem Treffpunkt für Familien. An den Park grenzt das Puppentheater Teatr Lalek, das dieses Jahr sein 80- jähriges Bestehen feiert.

Wenn man den Stadtpark verlässt, kann man über die Promenada Staromieska entlang des Stadtgrabens flanieren. Sie führt quasi als grüner Gürtel um die Altstadt. Eine wunderschöne Promenade für einen Spaziergang bei dem man die Seele baumeln lassen kann.

Bastion Sakwowy

Jedes Mal wenn ich das Hotel verlassen habe, fiel mein Blick auf die Bastion Sakwowy. Sie ist am besten über die Altstadtpromenade in wenigen Minuten zu erreichen. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Bastion wurde früher meist Partisanenhügel genannt. Sie ist ein Rest der alten Breslauer Stadtbefestigung mit einem Aussichtsturm aus dem Jahr 1867. Heute ist sie vor allem ein erhöhter Aussichtspunkt mit einer schönen Kolonnade, einer Brunnenanlage und Terrassen im Zentrum der Innenstadt. Ein Spaziergang hierher lohnt alleine schon wegen der schönen Aussicht über die Innenstadt und Teile der Altstadt. Unter dem Hügel befinden sich die historischen Kasematten und Gänge der Festungsanlage. Im Sommer ist die Bastion auch ein sehr beliebter Veranstaltungsort.

  • Café Freska

Wenn ihr die Bastion besucht, solltet ihr auf jeden Fall im Café Freska einkehren. Das Cafê Freska befindet sich in bzw. unter den Kolonnaden. In der warmen Jahreszeit gibt es in der Kollonade Aussenplätze. Es ist ein originelles modernes Cafė mit einem stilvollen Ambiente. Der Kaffee und der Käsekuchen waren gut und der Service sehr freundlich. Bestellen und bezahlen mußte man am Tresen.

Wieviele Tage sollte man für eine Besuch Breslaus einplanen?

Für einen ersten Eindruck reichen meiner Meinung nach zwei Tage. Will man etwas mehr von derStadt sehen benötigt man minestens ein verlängertes Wochenende.

Auch diese Reise ging einmal zu Ende. Zurück bleiben viele schöne Eindrücke, die zu Erinnerungen werden.

Fazit:

Vor meiner Reise nach Breslau hatte ich stets die Bilder vom Marktplatz mit seinen bunten Häusern im Kopf. Um so überraschter war ich, dass Breslau so viel mehr zu bieten hat. Die Oder durchzieht die Stadt mit vielen Armen und Brücken. Die Uferpromenaden und Inseln gehören zum Alltag der Stadt. Die Stadt entfaltet sich oft erst auf den zweiten Blick. Sie wirkt entspannt und weniger überlaufen als andere bekannte mitteleuropäische Reiseziele.

Eure Breslau verliebte

Monika

Hotel Altus Palace Treppenhaus

Hotel Altus Palace/ Treppenhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

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